Modelle oder echte Prototypen?

Mercedes Prototyp Schwinge

In der Entwicklung von Prototypen findet derzeit eine Änderung in den Anforderungen statt. Produkte müssen in hoher Qualität, günstig und in kurzer Zeit entwickelt werden. Die Wünsche der Kunden sind oft nicht konkret oder ändern sich schnell. Daher sind klassische Verfahren zur Herstellung von Prototypen alleine schon lange nicht mehr geeignet

 

Prototypen mit Rapid Prototyping

In den 1980er Jahren war alles anders. Zu dieser Zeit wurden Modelle mittels Rapid Prototyping erstellt. Computer stellten 3D-Modelle und 3D-Drucker das Werkstücke her. Das ging schnell, exakt und lieferte einen höchst brauchbaren Prototypen. Das Modell hatte die Form und die Dimension des fertigen Produkts. Nur das Material war anders. Rapid Prototyping setzt nämlich Kunststoffe, Keramik oder Metalle zur Fertigung von Modellen ein. Diese Art der Herstellung von Modellen wird auch generatives Verfahren genannt.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Effektive und effiziente Techniken sind gewünscht. Firmen verlangen nach echten Prototypen – Modelle, die nicht nur die gleich Form und Dimension des fertigen Produkts haben, sondern auch das gleiche Material. Das ist vor allem für Tests unter realen Bedingungen und die Planung von Prozessketten wesentlich. An dieser Stelle kommt der Begriff schnelle Produktentwicklung, oder kurz SPE, in’s Spiel.

 

Die schnelle Produktentwicklung (SPE)

SPE spart Zeit und daher auch Kosten. Wie kommt das? Ganz einfach – am Ende von SPE steht ein fertiges Produkt oder sogar eine Kleinserie. Wir bezeichnen dieses Verfahren als „Rapid Product“ oder die schnelle Produktentstehung. Bei den klassischen Verfahren geht es um die schnelle Entwicklung von Prototypen. Aber Prototypen sind und bleiben oft aber nur Modelle oder Entwürfe. Firmen wollen aber ein funktionsfähiges Werkstück.

Fertige Werkstücke verkürzen die Zeit von der ersten Idee bis zur Serienproduktion. Durch „Rapid Product“ werden Prozesse in der Produktion verbessert, weil Fehler früh erkannt werden. Bei diesem Verfahren werden nämlich ständig Informationen gesammelt. Diese werden genutzt, um dann die weiteren Abläufe zu planen und in einer Vorserie umzusetzen.

Rendering Hinterachsschwinge Mercedes

Schnelle Entwicklung und Planung durch „Rapid Product“

Früher wurden die Entwicklung und die Planung von Produkten getrennt. Zuerst wurde das Produkt ausgearbeitet, erst danach begann man mit der Planung der Produktionsmittel. Mit „Rapid Product“ erfolgt das bereits früher. Sind Teile des Prototypen fertig, kann bereits die Produktion geplant werden. Die Entwicklung läuft parallel dazu weiter. So können sogar ganze Kleinserien entstehen. Dieser Prozess wird durch moderne Verfahren beschleunigt wie CAD, CNC, Hochgeschwindigkeitsbearbeitung (HSC), und generativer Verfahren wie Rapid Prototyping.

 

Fazit

Moderne Produktionen müssen qualitativ hochwertig aber schnell und günstig sein. Die Zeit für den Prototypenbau muss so effektiv genutzt werden. Durch „Rapid Product“ wird eine schnelle Abstimmung ermöglich. Eine schnellere Entwicklung ergibt letztendlich eine schnellere und schlankere Produktionsmittelplanung.

Fräsen eines Prototypen: Mercedes Hinterachsschwinge
Fräsen eines Prototypen: Mercedes Hinterachsschwinge

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